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Gedicht UNSER THEATER Gebt uns die Rathaus-Uhr zurück! DIE GESCHICHTE DES BÄREN-MAY  

Wadle-Rohe, Bernhard

    Tagebuch -. Leben in einer Stadt wie Ludwigshafen am Rhein   Aktion in Ludwigshafen
"Weg mit den Nazistraßen"


Gebt uns die Rathaus-Uhr zurück!

(Foto: Tatiana Gratchev <tatiana@gratchev.com>)

(Foto: Tatiana Gratchev <tatiana@gratchev.com>)

(Foto: Tatiana Gratchev <tatiana@gratchev.com>)

(Foto: Tatiana Gratchev <tatiana@gratchev.com>)

(Foto: Tatiana Gratchev <tatiana@gratchev.com>)

 

Presseerklärung


Die Antworten des Kulturdezernats, vertreten durch Herrn Stefan Weißmann (im Auftrag von Frau Dr. Prof. Reifenberg) auf meine Fragen sind in ihrem Minimalismus erschreckend und auf Grund des mir bis dahin vorliegenden Informationsgehaltes (Standes) sehr unbefriedigend und hinlänglich bekannt.
Zum Thema 1 fehlt ein eindeutiges Nein zu den Fragen a – c und ein Hinweis auf das Ja zu d und dessen rechtlicher Grundlage in der Geschäftsordnung des Stadtrates.
Zum Thema 2 wird großzügigerweise nur die Frage 4 beantwortet. Dabei bringt Frau Dr. Reifenberg ihre Erkenntnis zum Ausdruck – die Uhr sei kein schützenswertes Objekt von zeithistorischer und Zeugnis gebender Bedeutung einer Gründerepoche (1979) der Stadtgeschichte.
Die Initiative „Rettet die Rathaus-Uhr“ sieht das nicht so und bedauert die Urteilsfindung des Kulturdezernats.
Die mitgeteilten Antworten des Dezernats 4 sind dahingehend interessant, das bestätigt wird, das die Uhr im Keller der TWL eingelagert ist und ihr Zukunft offen ist; d.h. sie die Rathaus-Uhr kann jederzeit wieder zurückgestellt werden.
Die Initiative „Rettet die Rathaus-Uhr“ hat inzwischen über 500 Unterschriften gesammelt zur Rückgabe der alten Rathaus-Uhr. Die Menschen vermissen die Uhr und unsere geschätzte Frau OB sollte schnell die Fehler der Verwaltung wieder gerade rücken.
(siehe Flugblatt-Anhang)

Zu Thema 3 bleiben alle Fragen unbeantwortet – denn die Geschäftsordnung des Stadtrates wird in den Ausschüssen nach belieben praktiziert und ausgelegt.
Es wäre überfällig, dass sich der Kulturausschuss eine eigene Geschäftsordnung gibt. Korrekt wäre auch, dass man den Ausschussmitgliedern eine aktuelle Geschäftsordnung in Schriftform zur Verfügung stellt. Die Zugänge zu den konkreten Vorschriften der Geschäftsordnung über die städt. Homepage sind mit unüberwindbaren Hürden gepflastert, die jeder schon mal erlebt hat, der sich diesem Versteckspiel ausgesetzt hat.
Lu, den 2015-04-03

Bernhard Wadle-Rohe
Die Initiative „Rettet die Rathaus-Uhr“
Stellv. bürgerschaftliches
Mitglied im Kulturausschuss
Seilerstraße 22
67063 Ludwigshafen


An
die Vorsitzende des
Kulturausschusses
Beigeordnete Prof. Dr. Cornelia Reifenberg

E-Mail: cornelia.reifenberg@ludwigshafen.de
Stadt Ludwigshafen am Rhein
Dezernat 3: Kultur, Schulen, Jugend und Familie

Rathausplatz 20
67059 Ludwigshafen

Persönlicher Referent
Ulf Schornick
Telefon: 0621 504-2083
Telefax: 0621 504-3783
E-Mail: ulf.schornick@ludwigshafen.de

2015-03-02

Entfernung der Rathausuhr aus Kulturhistorischer Sicht im Sinne des Denkmahlschutzes und der Grundversorgung zum Besten einer Stadt und Ihrer Bürger/Innen.

Sehr geehrte Frau
Beigeordnete Prof. Dr. Cornelia Reifenberg,


zuerst erbitte ich eine schriftliche Antwort auf meine im Kulturausschuss gestellte Frage:
Ist es grundsätzlich gestattet im Ausschuss einen Button an der Brust zu tragen, der

a) politische Inhalte ausdrückt

b) kulturelle Aussagen beinhaltet

c) auf Veranstaltungen hinweist

d) den Namen des Trägers beinhaltet

Gibt es dabei Unterschiede für Besucher, Gäste, Presse und Ausschussmitglieder oder städt. Angestellte?

Wenn Ja - gibt es hinsichtlich der Größe und Beschaffenheit Vorgaben und wo sind diese festgelegt?


Thema No. 2

Sie haben die Rathausuhrentfernung und die daraus resultierende Empörung der Bevölkerung in der Presse (Schildbürgerstreich) sicher aufmerksam verfolgt.

Fragen:

1.) Sind Sie der Meinung, dass eine Rathausuhr überflüssig ist und keinerlei Bedeutung mehr hat für die Menschen.

2.) Können Sie sich vorstellen, dass es sich bei der entfernten Uhr um ein Denkmahl unserer Stadt handelte, mit einer besonderen emotionalen Bindung

der Bevölkerung?

3.) Finden sie es heute noch zwingend, dass im Begrüßungsbereich einer Stadt (Hauptausgang des Rathauscenters/Lichttor) ein Stadtplan aufgestellt sein sollte und eine Uhr die Orientierung in mehrfacher Hinsicht bietet für fremde Besucher und Einheimische?

4.) Wird Ihr Dezernat bei der Entfernung kulturhistorischer Denkmähler und kulturpolitisch notwendiger Objekte im öffentlichen Raum grundsätzlich informiert und um Stellungnahme gebeten?

5.) Können Sie sich vorstellen, dass der Standort der Rathausuhr ein beliebter städt. Treffpunkt darstellt, der jetzt seines wichtigsten Objektes beraubt ist?

6.) Welches Dezernat auf Weisung welchen Gremiums

hat die ersatzlose Entfernung der vertrauten Rathausuhr beschlossen und wer hat sie durchgeführt?

Wo befindet sich die Rathausuhr zurzeit und wie sieht ihre weitere Zukunft aus?

7.) Wohnen Sie mit festem Wohnsitz in Ludwigshafen?

Falls nein, gibt es in Ihrer Heimatgemeinde (Mainz?)

einen Stadtplan und eine Rathausuhr im

Öffentlichen Raum?

8.) Haben sie sich jemals die, willkürlich entfernte,

einmalige, dreiseitige, ein Zeugnis der 70ger Jahre

darstellende Rathausuhr persönlich angesehen?

Thema No. 3

Warum gibt es im Ausschuss keinen Tagesordnungspunkt sonstiges für spontane Anfragen und aktuelle Themen?

Warum dürfen keine Fragen von Bürgern oder Besuchern zu Beginn oder am Ende der Sitzung

gestellt werden?

Wie stellen Sie sich mehr Bürgerbeteiligung – Demokratie und Glaubwürdigkeit vor, wenn ein undurchsichtiges Regelwerk alle Wege dahin im Keim erstickt?

Für eine umfassende Beantwortung wäre ich Ihnen dankbar!

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Wadle-Rohe

-------- Weitergeleitete Nachricht --------

Betreff:

Ihre Mail vom 02.03.2015

Datum:

Fri, 13 Mar 2015 13:14:41 +0100

Von:

Stefan.Weissmann@ludwigshafen.de

An:

BEVONL@freenet.de

Sehr geehrter Herr Wadle-Rohe,

unabhängig davon, ob Ihnen als stellvertretendem bürgerschaftlichem Mitglied des Kulturausschusses ein Fragerecht in der vorliegenden Form überhaupt zusteht, hat mich Frau Prof. Dr. Reifenberg gebeten, Ihre Mail vom 02.03.2015 mit dem Betreff " Rathausuhr und Anderes" wie folgt zu beantworten:

Thema 1:
Gegen das Tragen eines Namensschildes im Kulturausschuss in Form eines Buttons bestehen keine rechtlichen Bedenken. Die Beantwortung der Fragen a - c erübrigt sich.

Zu Thema 2, Frage 4:
Bei kulturhistorischen Denkmälern wird das Dezernat 3 informiert und einbezogen. Vorliegend handelte es sich nicht um einen solchen Fall.

Zu Thema 2, Fragen 1, 2, 3, 5:
Diese Fragen haben jeweils eine Meinungsäußerung zum Ziel. Anfragen müssen auf die Mitteilung von Tatsachen gerichtet sein; bloße Meinungsäußerungen stellen keine Angelegenheit der Gemeinde dar. Ihre Frage zu Ziffer 6 fällt nicht in die Zuständigkeit Frau Prof. Dr. Reifenbergs.

Zu Thema 2, Fragen 7 und 8:
Diese Fragen betreffen keine Angelegenheiten der Gemeinde.

Zu Thema 2, Frage 6 :
Wie Ihnen bereits am Rande des Kulturausschusses mündlich mitgeteilt wurde, ist für dieses Thema das Dezernat 4 zuständig. Soweit Ihre Fragen sachlich relevant sind, beantwortet sie Dezernat 4 wie folgt:
"Dezernat 4, konkret die Bereiche 4-12, 4-14 und 4-21 im Rahmen der Umgestaltung des Rathausumfeldes. Die Uhr wurde vom Bereich Tiefbau in dessen Räumlichkeiten eingelagert. Ihre Zukunft ist offen."

Zu Thema 3:
Bezüglich Ihrer Fragen zu "Thema 3" verweisen wir auf die Geschäftsordnung des Stadtrates und seiner Ausschüsse, die Sie, wie wir Ihnen bereits mehrfach mitteilten, auf der Homepage der Stadt Ludwigshafen finden.


Mit freundlichem Gruß
im Auftrag:

Stefan Weißmann
Bereich Kultur
Abteilung "Zentrale Dienste"
Bismarckstraße 44-48

67059 Ludwigshafen

Tel.:0621/504-2609
Fax:0621/504-2259

FLUGBLATT-ANHANG:

„Bitte! Gebt uns unsere RATHAUS-UHR zurück!“

CDU und SPD regieren in Ludwigshafen mit einer erdrückenden Ratsmehrheit. Das ist die einfachste und vorteilhafteste Lösung für alle Beteiligten.

Man teile die Dezernats-Posten durch 2 und jeder erhält drei.

Und die CDU stellt eine Bürgermeisterin, die auch von der SPD sein könnte und irrtümlicherweise oft der SPD zugeschlagen wird von unmündigen Bürgern.

Frau Dr. Lohse sagte im Blochzentrum „Die Bürger sollen sich mit Mut ihres eigenen Verstandes bedienen um nicht selbst verschuldet in Unmündigkeit zu leben.“

Frei nach Emanuel Kant: „Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Dann sagte sie noch ergänzend. „Oft reiche der eigene Verstand nicht in der heutigen komplizierten Welt und es werde der Sachverstand dritter benötigt“

Wir die Bürger-Initiative „Rettet die Rathaus-Uhr“

stellen fest das die OB beim Tagesordnungspunkt: „Neugestaltung des Rasthausvorplatzes“ von den verschiedenen Leuchtfarben des Plätscherbrünnleins so geblendet war, dass ihr Verstand ausgesetzt hat beim TO Entfernung aller Uhren vor dem Rathaus.

Wir fragen: „War die OB aus privaten Gründen so unkonzentriert, dass sie dem mangelhaften Sachverstand ihres Expertenteams blind vertraute, und unterschrieb: Alles muss weg – Alles nicht mehr zeitgemäß – Nicht eine Uhr ist schützenswert.

Oder war gerade Sie es, der die Uhren ein Dorn im Auge waren und sie setzte sich über Bedenken hinweg?“

Kann sie sich überhaupt noch an den Tag und die Sitzung erinnern da dieses entschieden wurde?

Die Bürgerinnen und Bürger von Ludwigshafen sehen

dieses „Entfernen nach Gutsherrinnenart“ ihrer vertrauten Rathaus-Uhr mit ganz anderen Augen und reagieren völlig entsetzt!

Unzählige Menschen unterschrieben schon am Freitag, den 13. März 2015

unseren Aufruf zur Rückgabe der Rathaus-Uhr.

„Bitte! Gebt uns unsere RATHAUS-UHR zurück!“ riefen wir und viele unterschrieben bereits während die SPD/CDU-OB das Wort zum Sonntag sprach und von den Vierfarbwasserspielen schwärmte.

Wer so wenig Gefühl hat für vertraute und schützenswerte Zeitzeugnisse vergangener Epochen, und derart radikal alte Design Uhren aus den 70gern entfernen lässt, steht in einer unseligen „Dr. Werner Ludwig Abriss-Tradition“ und muss sich durch die mündigen Bürger politisch eines alternativen Sachverstandes belehren lassen.

Bitte Frau Oberbürgermeisterin spielen sie nicht die Unverständnis- und Beleidigten-Rolle in einem für sie verlorenen „Schauspiel um die geklaute Rathausuhr“.

Frau Dr. Eva Lohse geben sie den Bürgerinnen und Bürgern von Ludwigshafen Ihre Rathaus-Uhr zurück.

Sie liegt im Keller der TWL und wartet auf Restauration und Wiederaufstellung.

v.i.S.d.P.

Bürger-Initiative: Rettet die Rathaus-Uhr

c/o Wadle-Rohe – LU – Seilerstraße 22

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Liebe gefühlte Unterstützerfamilie !

Leider muß ich am Mittwoch unter das OP-Messer wegen einem Leistenbruch.

Deshalb kann ich meine nun erfolgreich angelaufene Unterschriftenaktion (200)

nicht voller Ungestüm fortsetzen.

Bitte seid so nett und sammelt für mich weiter Unterschriften!

Manfred Engelke im Copy-Shop Dammstraße hat neue - bessere Listen erstellt.

Die können dort abgeholt werden.

Wer nicht selbst sammeln will kann Leute zum unterschreiben schicken:

Mohrbacher – Kaffee-Geschäft – Mundenheimer Str. 223

Da Angelo – Lutherturm Brunnen Turm 33

Schwarzwurzel BIO-Laden , Hemshof, Jakob-Binder-Straße

Kiosk Goerdeler Platz Hemshof

Metzgerei Ott – Bahnhof-/Ecke Maxstraße

AIG .- Antik Laden – Kaiser-Wilhelm-Str. 62

Ich danke Euch für Euren wachen und kritischen Geist, der sich nicht verhärten und verbiegen lässt.

Und denkt an mich, wenn die Narkose mich ins Jenseits holen sollte.

Bernhard Wadle-Rohe

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Absender:

Bernhard Wadle-Rohe
Bürgerinitiative "Rettet die Rathausuhr"

67063 Ludwigshafen am Rhein

Mobil: 01787626694

An

DIE RHEINPFALZ

Lokalredaktion LU

Amtsstraße 5 - 11

67059 Ludwigshafen

E-Mail Redaktion:

redlud@rheinpfalz.de

Presseerklärung:

Die Initiative „Rettet die Rathaus-Uhr“ hat in den ersten 3 Tagen bereits über 300 Unterschriften gesammelt.

Sinn und Zweck der Unterschriftensammlung ist die Rückgabe der Rathaus-Uhr. Die Unterzeichner fordern die OB Dr. Eva Lohse auf, per Anweisung die Uhr zurück zu stellen.

Unterschriftenlisten liegen nun an folgenden Stellen aus:

Kaffee Mohrbacher in Mundenheimer Straße 233

Familie Montana Turm 33

Kiosk am Goerdeler Platz - Hemshof

AIG-Antik-Laden – Kaiser-Wilhelm-Str.68
Rückfragen: Tel.: 01787626694

Cafe 3 Eurofinale Bismarckstr. 52 neben Stadtbibliothek

Robert Koch Apotheke am Knödelbrunnen

Bismarck Apotheke, Bismarckstraße

Antik Hoffmann, Bismarckstraße

Rathaus Apotheke Rathauscenter

Schwarzwurzel BIO-Laden Hemshof

Postkiosk Ute Leonhard -Seilerstraße 10

Metzgerei Ott - Bahnhofstraße

Neue bessere Listenvordrucke können im City-Copy in der Dammstraße 14 für 10 Cent gekauft/abgeholt werden.

Der Initiator Bernhard Wadle-Rohe ist leider wegen einer Leistenbruch-OP Mitte der Woche etwas außer Gefecht gesetzt und bittet die Bevölkerung weiter so fleißig zu unterschreiben. Damit 1000 Unterschriften der OB Dr. Lohse in Kürze übergeben werden können.

Lu, den 2015-03-16

v.i.S.d.P.

Wadle-Rohe - Bürger-Initiative „Rettet die Rathaus-Uhr“

Anlage: Neue Liste

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Ludwigshafen
Bürgerinitiative will die Zeit zurückdrehen

Auf dem Rathausvorplatz hat die Stadt Uhren abmontieren lassen – Dagegen formiert sich Widerstand

Weg sind sie, die Uhren vor dem Rathaus. Die Stadt fand sie – wie berichtet – nicht mehr zeitgemäß auf dem neugestalteten Platz, der heute eingeweiht wird. „Sie hätten wie ein Fremdkörper gewirkt“, hieß es. Für Bernhard Wadle-Rohe war es eine Sünde, sie abmontieren zu lassen. Mit einem Bürgerbegehren setzt er sich nun für die Rückkehr der Uhren ein.

„So etwas macht man nicht. Das waren ja keine Werbeschilder, die man einfach mal so abschraubt“, findet der 62-Jährige, der als parteiloser Kandidat in Ludwigshafen schon bei den Oberbürgermeisterwahlen antrat. Er hat deshalb die Initiative „Rettet die Rathaus-Uhr“ ins Leben gerufen. „Es gibt weit und breit keine Uhr, die so ein markantes 70er-Jahre-Design hat“, sagt Wadle-Rohe. Die drei an einem Mast montierten Chronometer seien mehr als nur ein Blickfang gewesen, „sie waren ein vertrautes Element und dienten als schnelle Zeitkontrolle, ohne auf die Armbanduhr oder das Handy gucken zu müssen“.

Der gebürtige Neustadter fordert, dass die Stadtspitze die nostalgischen Achtecke wieder an ihrem ursprünglichen Platz aufstellt. Was den 62-Jährigen ärgert: Mehrere Nachfragen im Büro von Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU) seien unbeantwortet geblieben. Mit einer Unterschriftenliste will er jetzt dokumentieren, dass auch viele andere Ludwigshafener die Uhren vermissen. Zahlreiche Personen hätten schon unterzeichnet, teilte der Mann vom „Buero für angewandten Realismus“ mit. Die Listen liegen seit einer Woche unter anderem im Café Mohrbacher, im La Tore Da Angelo, dem AIG-Antikladen, am Kiosk am Goerdelerplatz sowie in der Metzgerei Ott aus, wo allein schon 30 Leute unterschrieben haben . Ob die Bürger in Zukunft ganz auf eine Uhr am Rathausplatz verzichten müssen, steht noch nicht fest. (fkk)

Das 760.000 Euro teure Projekt wurde zu 50 Prozent gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen des rheinland-pfälzischen EFRE-Programms „Wachstum durch Innovation“ und zu 30 Prozent aus Mitteln des Stadtumbaus des Landes Rheinland-Pfalz. 20 Prozent der Kosten, als 152.000 Euro, muss die Stadt stemmen.

Bei der gestrigen Feierstunde gab es für das Projekt jedoch nicht nur Applaus. Aktivist Bernhard Wadle-Rohe sammelte nur wenige Meter entfernt von der Oberbürgermeisterin am Rednerpult fleißig Unterschriften gegen die Demontage der Rathaus-Uhren. Bei der Neugestaltung des Platzes waren diese ersatzlos verschwunden, weil sie laut Verwaltung „wie ein Fremdkörper gewirkt hätten“. Damit will sich Wadle-Rohe nicht abfinden und hat, wie gestern berichtet, eine Bürgerinitiative ins Leben gerufen. Für sein Anliegen, die Uhr wieder aufzustellen, bekomme er sehr viel Zustimmung, berichtete er gestern am Rande der Einweihung.

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Bernhard Wadle-Rohe

Frau Dr. Lohse sagte im Blochzentrum „Die Bürger sollen sich mit Mut ihres eigenen Verstandes bedienen um nicht selbst verschuldet in Unmündigkeit zu leben.“
Frei nach Emanuel Kant: „Habe Muth, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“
Dann sagte sie noch ergänzend. „Oft reiche der eigene Verstand nicht in der heutigen komplizierten Welt und es werde der Sachverstand dritter benötigt“
Wir die Bürger-Initiative „Rettet die Rathaus-Uhr“
stellen fest das die OB beim Tagesordnungspunkt: „Neugestaltung des Rasthausvorplatzes“ von den verschiedenen Leuchtfarben des Plätscherbrünnleins so geblendet war, dass ihr Verstand ausgesetzt hat beim TO Entfernung aller Uhren vor dem Rathaus.
Wir fragen: „War die OB aus privaten Gründen so unkonzentriert, dass sie dem mangelhaften Sachverstand ihres Expertenteams blind vertraute, und unterschrieb: Alles muss weg – Alles nicht mehr zeitgemäß – Nicht eine Uhr ist schützenswert.
Oder war gerade Sie es, der die Uhren ein Dorn im Auge waren und sie setzte sich über Bedenken hinweg?“
Kann sie sich überhaupt noch an den Tag und die Sitzung erinnern da dieses entschieden wurde?
Die Bürgerinnen und Bürger von Ludwigshafen sehen
dieses „Entfernen nach Gutsherrinnenart“ ihrer vertrauten Rathaus-Uhr mit ganz anderen Augen und reagieren völlig entsetzt!
Unzählige Menschen unterschrieben schon am Freitag, den 13. März 2015
unseren Aufruf zur Rückgabe der Rathaus-Uhr.
„Bitte! Gebt uns unsere RATHAUS-UHR zurück!“ riefen wir und viele unterschrieben bereits während die SPD/CDU-OB das Wort zum Sonntag sprach und von den Vierfarbwasserspielen schwärmte.
Wer so wenig Gefühl hat für vertraute und schützenswerte Zeitzeugnisse vergangener Epochen, und derart radikal alte Design Uhren aus den 70gern entfernen lässt, steht in einer unseligen „Dr. Werner Ludwig Abriss-Tradition“ und muss sich durch die mündigen Bürger politisch eines alternativen Sachverstandes belehren lassen.
Bitte Frau Oberbürgermeisterin spielen sie nicht die Unverständnis- und Beleidigten-Rolle in einem für sie verlorenen „Schauspiel um die geklaute Rathausuhr“.
Frau Dr. Eva Lohse geben sie den Bürgerinnen und Bürgern von Ludwigshafen Ihre Rathaus-Uhr zurück.
Sie liegt im Keller der TWL und wartet auf Restauration und Wiederaufstellung.
v.i.S.d.P.
Bürger-Initiative: Rettet die Rathaus-Uhr
c/o Wadle-Rohe – LU – Seilerstraße 22

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Kultur: Neue Theatergruppe probt in Innenstadt-Keller

Reise um die Welt mit Musik und Tanz

Von unserem Mitarbeiter Moritz Köhler

Zugegeben, die Räumlichkeiten der Theatergruppe "Fünf Finger sind eine Hand" scheinen auf den ersten Blick etwas gewöhnungsbedürftig. Sie befinden sich im Keller der Ludwigstraße 73 - ein zunächst ganz normaler Keller: Eine Treppe führt aus der Andechser-Passage hinunter ins Dunkel, von unten hört man Stimmen. Bereits nach den ersten Stufen spürt man die für Keller typische Luft: warm, stickig. Doch wer bis in den kleinen Raum am Fuß der Treppe vordringt, weiß, warum er hier ist. Die Gruppe hat den Keller liebevoll nach ihren Bedürfnissen umgestaltet.

Vor der hinteren Wand erhebt sich eine kleine Bühne. An einer Wäscheleine hängt ein Vorhang. Sogar eine Beleuchtungsanlage haben die Projektmitarbeiter installiert. Auf der Bühne stehen fünf Darsteller mit einer klaren Botschaft: "Wir sind alle anders und doch gleich."
Station in zwölf Ländern

Die Theatergruppe "Fünf Finger sind eine Hand" stellt in einer Generalprobe ihr neues Stück "Eine Reise um die Welt" vor. Dabei reisen die Darsteller in zwölf Länder auf der ganzen Welt. In jedem Land singen sie ein Lied, das die musikalische Kultur des Landes repräsentiert. So lauscht der Zuschauer in Jerusalem vor der Klagemauer den Klängen des hebräischen Volkslieds Hava Nagila, in Moskau dem russischen Schlager Podmoskownyje Wetschera. Um den Besuchern die Musik näher zu bringen, übersetzt die Gruppe Teile der Texte ins Deutsche.

"Ich hätte gerne eine weitere Stunde zugeschaut", befindet Katja Mouletarova. Besonders gut gefallen ihr die Lieder aus Sofia und Moskau. "Das Stück hat in mir Erinnerungen geweckt. Ich habe viele Lieder und Tänze aus meiner Kindheit in Bulgarien erkannt." Insgesamt ist das Stück durchaus gelungen. Auch wer nicht in Erinnerungen schwelgt, wird zum Träumen und Nachdenken eingeladen.

Die Gruppe "Fünf Finger sind eine Hand" entstand im September 2014. Unter der Leitung des bulgarischstämmigen Regisseurs und Schauspielers Limeik Topchi entwickelt sich seitdem ein Projekt, das eine schöne Motivation hat: "Wir wollen verschiedene Kulturen in Deutschland vereinen", erklärt Topchi. Und das ist bisher auf beeindruckende Weise gelungen: Zwölf Menschen aus sieben verschiedenen Ländern wirken derzeit bei dem Projekt mit.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 27.02.2015

DIE GESCHICHTE DES BÄREN-MAY aus Schifferstadt

Georg May

Von Matthias Spindler

Wie bereits berichtet, haben die beiden pfälzischen Historiker und Separatismus-Experten Gerhard Gräber und Matthias Spindler in diesem Frühjahr eine biographische Arbeit über einen Separatistenführer aus Schifferstadt vorgelegt: "Junger Herr vor 1914: Georg May, der spätere Separatist, und sein Heimatort Schifferstadt in der Zeit bis zum 1. Weltkrieg". Diese Teilbiographie entstand aus einer Anregung des früheren Bürgermeisters Josef Sold, bei der Realisierung wurden die Autoren unterstützt von der Sparkasse Vorderpfalz. Die 60 Seiten umfassende Broschüre im DIN A 4-Format ist nur in einer kleinen Bibliotheksauflage erschienen und im Buchhandel nicht zu erwerben. Zum Abdruck im Schifferstadter Tagblatt stellte Matthias Spindler einige Passagen aus dem Werk zusammen, die über die Person von Georg May hinaus ein aufschlussreiches Bild vom Leben in Schifferstadt in den Jahren unmittelbar vor dem 1. Weltkrieg vermitteln. Thema im folgenden, nach einführenden Bemerkungen über Georg Mays Rolle in der jüngeren Geschichte der Pfalz, sind Vorgänge im "Kometenjahr" 1910.

Das gute Wollen...

"'Bären-May' der pfälzische Separatist oder Das gute Wollen": Unter diesem Titel veröffentlichte Georg May, 42 Jahre alter Weinhändler in Schifferstadt, 1929 seine Memoiren. Es war die Rechtfertigungsschrift eines Menschen, der des Lebens nicht mehr froh wurde, weil er für sein früheres politisches Engagement jetzt mit gesellschaftlicher Ächtung gestraft wurde.
Im Herbst 1923, in den Wirren von Inflation und Rheinlandkrise, hatte er sich den pfälzischen Separatisten angeschlossen, die mit Unterstützung Frankreichs ihr Heil in der Abtrennung vom Deutschen Reich suchten. Im Handumdrehen rückte der weltkriegserfahrene Georg May damals an die Spitze der separatistischen Miliztruppe und besetzte mit ihr der Reihe nach die größeren Städte der Region. In der dadurch gewaltsam geschaffenen "Autonomen Pfalz" versah der Schifferstadter dann das Amt des Bezirkskommissars für Speyer.
So lange die Herrlichkeit währte, denn aufgrund internationalen Drucks und wachsenden Widerstands in der Bevölkerung verschwand der neue Pfalz-Staat bereits im Februar 1924 wieder von der Landkarte. Da Georg May als einziger prominenter Separatist der Pfalz nicht ins Ausland ging und seine einstige Parteinahme auch noch öffentlich verteidigte, hatte er unter Verachtung und hasserfüllten Nachstellungen von Behörden und vielen Mitbürgern besonders zu leiden.
Es traf einen Pfälzer aus alteingesessener, angesehener Schifferstadter Familie. Vater Jakob May 3. gehörte zuerst als Wirt und Bierbrauer, später als Immobilienunternehmer zur vermögenden Oberschicht des Ortes. Sohn Georg May allerdings hatte schon mit vierzehn Jahren Schifferstadt für eine Ausbildung zum Weinküfer verlassen und war fast ein Jahrzehnt später erst wieder zurückgekehrt: 1909, nach einer ausgedehnten Zeit "auf der Walz" und anschließender Ableistung des Wehrdienstes bei der kaiserlichen Marine in Kiel. Im Frühjahr 1910 heiratet er und übernimmt mit seiner Frau Änne die ehemals väterliche Wirtschaft "Zu den Drei Mohren" in Schifferstadt.

Ein notorischer verlorener Sohn

Georg May, der spätere Separatist, und sein Scheitern als Weinhändler in Schifferstadt 1912/13

Von Matthias Spindler

"Früh übt sich, wer Separatist werden wird": Unter diesem Titel schilderte Matthias Spindler in der Tagblatt-Ausgabe vom 19.5.2007 eine bezeichnende Episode im Leben des Schifferstadters Georg May, der 1923/24 als einer der führenden Köpfe der pfälzischen Separatisten zweifelhafte Berühmtheit erlangte: Etwa ein Jahrzehnt zuvor, damals war Georg May 25 Jahre alt und Wirt der "Drei Mohren" in Schifferstadt, hatte er aus weitgehend persönlichen Motiven den Landwirtschaftlichen Konsumverein zu sprengen versucht, die Warenhandelsabteilung der örtlichen Raiffeisenorganisation. Die Gründung eines Konkurrenzvereins erwies sich aber als nicht lebensfähig, und unter den Folgen seiner leichtfertig vom Zaun gebrochenen Kampagne hatte May selbst am meisten zu leiden, weil er dadurch die Stammkundschaft seiner Wirtschaft vergraulte.
Überraschend schnell findet der gelernte Weinküfer damals einen Ausweg aus der verfahrenen Situation: Die "Drei Mohren" überlässt er seinem Bruder Jakob Michael May, und für sich und seine Frau Änne erwirbt er im Februar 1912 eine Weinhandlung in Schifferstadt. Einmal mehr jedoch verrät Georg May dabei eine fatale Neigung zu voreiligem Handeln. Es beschert ihm im gleichen Jahr noch die nächste schwere Existenzkrise seines jungen Lebens.

Außer Spesen...

Mays neu erworbene Weinhandlung steht in der Eisenbahnstraße (heute: Bahnhofstraße) 50, ungefähr auf halbem Wege zwischen "Drei Mohren" und Bahnhof; ein großzügig gebautes Wohn- und Geschäftshaus mit professionell ausgebautem Kellergeschoß auf einem Grundstück von über 10 Ar, das einen Garten einschließt. Der Vorbesitzer Philipp Lauck will sich mit Mitte sechzig zur Ruhe setzen. Ein Wohnrecht auf Lebenszeit für ihn und seine Frau im ganzen oberen Stockwerk des Hauses wird im Kaufvertrag festgeschrieben.
Wirksam werden soll die Geschäftsübernahme am 1. Mai 1912. Dann werden auch die ersten Zehntausend des Kaufpreises von 32.500 Reichsmark fällig, plus 1189 Mark für die Übernahme der Weinfässer im Keller, die eine Lagerkapazität von annähernd 30.000 Litern aufweisen. Zur Abtragung der Restschuld sind fünfzehn jährliche Raten à 1500 Mark, plus 4,5% Zinsen pro Jahr, ab Mai 1913 vorgesehen.
Georg May ist guter Hoffnung, seine Schulden früher los zu werden. Sonst wäre der folgende Passus wohl nicht in den Kaufvertrag aufgenommen worden: "Dem Käufer ist gestattet, jederzeit größere Abzahlungen - nicht unter eintausend Mark - zu leisten."

...nichts gewesen!

"Kaufvertrag mit Auflassung": Ende Mai 1912 hat das Ehepaar May wieder einen Termin beim Notar, und erneut sind die Eheleute Lauck mit von der Partie. Sie müssen's sein, denn es geht um das Anwesen, das sie vier Monate zuvor an die Mays verkauft haben. Nun kaufen sie es von ihnen zurück, zum unveränderten Preis von 32.500 Mark, "welchen die Käufer vollständig zur Aufrechnung bringen mit ihrer gleichgroßen Kapitalforderung an die Verkäufer" aufgrund des Kaufvertrags vom Februar.
Daraus lässt sich unschwer schließen, dass Georg und Änne May die ersten 10.000 Mark für die Weinhandlung Lauck, am 1. Mai 1912 fällig geworden, schuldig geblieben sind. Offenbar sehen die beiden auch keine Chance, dieses Geld in überschaubarer Zukunft aufzutreiben; eine entsprechende Verlängerung der Zahlungsfrist hätte den neuerlichen Gang zum Notar dann ja ersparen können. Und damit die Kosten, die bei der Beurkundung von Grundstücksübereignungen und deren Eintrag ins amtliche Grundbuch anfallen.
Abhängig vom Wert des Kaufobjektes, betragen sie im vorliegenden Fall gut 900 Mark - das entspricht in den Jahren vor dem 1. Weltkrieg dem gesamten Jahresbudget so mancher ärmeren Familie in Schifferstadt! Die echten Verfahrenskosten machen dabei den geringsten Teil aus. Der große Rest sind verkappte Steuern: Über 600 Mark wandern als "Staatsgeb." (so vermerkt's Notar Kuhn am Rand der Urkunde) ins bayerische Staatssäckel, und das Schatzamt in Berlin will von dem Schifferstadter Grundstücksgeschäft ebenfalls was abhaben, nämlich 222 Mark als "Reichsstempel"-Gebühr.
Aus einem Grundstücksgeschäft, das gleich wieder rückgängig gemacht wird, ziehen die Steuerbehörden, anstatt großmütig zu verzichten, sogar doppelten Nutzen. Hier allein zum Nachteil der Eheleute May, da sie nicht nur als Käufer die Kosten getragen haben, wie das üblich ist, sondern jetzt auch als Verkäufer des Objektes Eisenbahnstraße 50. Das ist absolut unüblich (das vom Notar benutzte Vertragsformular sieht die Möglichkeit gar nicht vor) und unterstreicht die Zwangslage, in die sie geraten sind.
Zu alledem mögen ihre Vertragspartner Lauck nicht verzichten auf die Zinsen, die ihnen einen Mai-Monat lang (=ein Zwölftel mal 4,5% von 32.500 Mark) gemäß dem früheren Verkaufsakt zustehen. Somit addieren sich die Spesen, außer denen nichts gewesen ist, für die Mays auf die nette Summe von ziemlich genau 2000 Mark.

Ursachenforschung

Irgend etwas Unvorhergesehenes muss seit Anfang Februar dieses Jahres passiert sein, das die Pläne des jungen Paares brutal über den Haufen geworfen hat. Einen Anhaltspunkt liefern die künftigen Memoiren Georg Mays: Er habe "die mir zugesicherten Gelder nicht herein" gebracht, erklärt er in lakonischer Kürze in seinem 1929 veröffentlichten "Bären-May"-Buch.
Zugesichert durch wen? Dafür kommen an erster Stelle die Eltern des Paares in Betracht. Was diejenigen der Braut, Landwirte in Geinsheim, ihrer Tochter mit in die Ehe geben, bleibt auch künftigen Historikern aufgrund der Quellenlage unklar. Georgs Vater Jakob May wiederum, bislang ein vermögender Mann, gerät im Frühjahr 1912 selbst in finanzielle Bedrängnis; allerdings hat er seinen jüngsten Sohn nie ganz so großzügig unterstützt wie dessen zwei Geschwister.
Und aus dem Verkauf der "Drei Mohren" an seinen Bruder Jakob Michael May fließt Georg ebenfalls kein Bargeld zu: Die Wirtschaft ist zu einem Großteil ihres Wertes mit Hypotheken belastet, den Restwert in Höhe von ziemlich genau 10.000 Mark stundet er dem Bruder auf die Dauer von sieben Jahren. Der Vertrag darüber wird erst drei Wochen nach dem am 1. Mai 1912 erfolgenden Wirte-Wechsel in den "Drei Mohren" notariell abgeschlossen - als habe Georg May bis zuletzt auf eine Barauszahlung gehofft, um damit die gleich hohe erste Rate für die Weinhandlung Lauck bestreiten zu können.

Neuanfang unter schlechtem Stern

Aber wer auch immer seine Zusicherung nicht eingehalten hat: ungeschehen machen lässt sich das einmal in die Wege geleitete Dreiecksgeschäft May/May/Lauck nicht mehr. Haben sich sämtliche Beteiligten doch längst auf die Veränderungen eingerichtet, die es ihnen gebracht hat, in beruflicher Hinsicht und nicht zuletzt ihrer Wohnsituation. Georg May bleibt gar nichts anderes übrig, als die gerade übernommene Weinhandlung weiterzuführen; nun eben auf Pachtbasis. Beim Umzug in die Eisenbahnstraße 50 ist seine Frau Änne hochschwanger. Am 22. Juni 1912 kommt Änny May auf die Welt, die zweite Tochter des Ehepaares nach der im Februar 1911 noch in den "Drei Mohren" geborenen Hermine.
Freilich - selbst wenn Bruder Jakob Michael ihm 10.000 Mark bar auf den Tisch blättern würde, wären Georgs Finanzprobleme nicht gelöst. Aus seiner Zeit als Gastwirt hat er Altschulden in Höhe von fast 4000 Mark am Hals. Gläubiger ist die "Drei Mohren"-Brauerei "Zum Storchen" in Speyer: 1500.- streckte sie ihm per Darlehen vor, damit er anderweitige Verpflichtungen erfüllen konnte, der Rest sind unbezahlte Rechnungen für geliefertes Bier.
Damit nicht genug. In seiner neuen beruflichen Existenz benötigt Georg May Startkapital. Ein Vorrat an Weinen will eingekauft, beziehungsweise Vorgänger Lauck für die Übernahme von dessen Beständen entschädigt werden; hinzu kommen nun die laufenden Pachtgebühren an ihn. Das Geld dazu borgt sich der Nachfolger bei einem Bekannten in Schifferstadt: ein kurzfristiger Privatkredit über gleichfalls etwa 4000 Mark, rückzahlbar in drei Teilbeträgen innerhalb eines Dreivierteljahres.

Bankrott auf Raten

Es dauert nicht lange, und der Gläubiger sieht sich genötigt, zu Zwangsmaßnahmen zu greifen. Am 19. Oktober 1912 erteilt ihm Notar Kuhn eine sogenannte "Vollstreckungsklausel": Die zweite Tilgungsrate des Darlehens, vier Tage davor fällig gewesen, ist Georg May schuldig geblieben; 1000 Mark nebst Zinsen - plus den Zinsen für die erste Tausender-Rate, die er am 15. Juli noch pünktlich entrichtete. Das vergleichsweise läppische Sümmchen von etwas über 10 Mark hat er sich seinerzeit einfach geschenkt.
"Warnung. Ich warne hiermit nachdrücklichst Jedermann, die seit gestern über mich kursierenden Aussagen weiterzuverbreiten, ansonst ich unnachsichtlich Strafanzeige erstatten werde. Georg May, Weinhandlung." Die Kleinanzeige mit der fetten Überschrift im "Schifferstadter Anzeiger" (heute: "Schifferstadter Tagblatt") vom 22. Oktober 1912 vermag wohl kaum zu verhindern, dass des Inserenten Finanznöte in Schifferstadt die Runde machen. Spätestens als der Kuckuck an seiner Ladentür klebt, werden sie jedermann augenfällig.
Diese peinliche Begegnung mit dem Gerichtsvollzieher hat Georg May keine vier Wochen später wegen einer anderen unbezahlten Rechnung. Gerade hat er in der Zeitung "alle Sorten in- und ausländische Weine in jeder Preislage" zur Kirchweihe empfohlen, da dreht ihm einer seiner Lieferanten den Zapfhahn zu. Ein Weingutsbesitzer aus Maikammer, dem er gut 900 Mark schuldet, erwirkt am 9. November 1912 beim Amtsgericht Speyer einen "Arrestbeschluß"; das ist eine Art einstweiliger Verfügung über das vorhandene Vermögen eines Schuldners, von dem dann nichts mehr veräußert werden darf, weil eine Zwangsversteigerung droht.
Wie Georg May ihr entgeht, wird nicht bekannt. Jedenfalls kommt er noch einmal mit dem Schrecken davon. Dass ihm der jedoch gehörig in die Knochen gefahren ist, verrät der kleinlaute Ton einer Annonce, die der Weinhändler in den "Anzeiger" vom 14. November 1912 setzt: "Mache meinen w. Kunden die Mitteilung, daß ich mein Geschäft wie bisher weiterführe und bitte um geneigtes Wohlwollen."
Aber auch hier gilt: Übung macht den Meister, und beim nächsten Mal, zweieinhalb Monate danach, tönt's aus der Zeitung wie von Georg May gewohnt, in einer "Mitteilung" von doppelter Spaltenbreite: "Der verehrl. Einwohnerschaft von Schifferstadt und Umgebung zur Kenntnis, daß ich vom 5. Februar an mein Weingeschäft in vollem Umfange wieder weiterbetreiben werde. Ich führe dann sämtliche Weiß- und Rotweine, besonders mein Flaschenlager werde ich mit großer Auswahl von den billigsten bis teuersten belegen. Bitte daher meine alte Kundschaft, daß sie mir wieder das Vertrauen schenke wie früher, denn mein Bestreben wird sein, nur Reellität zu üben."
Ungesagt bleibt, ob May sein Geschäft seit November etwa nur in eingeschränktem Umfang betreiben konnte oder eine erneute Schließung zwangsweise erfolgt ist. Unklar bleibt ebenso, ob er den von ihm genannten Termin der Wiedereröffnung einhalten kann, denn am 29. März 1913 verkündet eine weitere Anzeige Mays: "Der Wein-Verkauf im Faß sowie offen über die Straße beginnt unter Heutigem."
Zwischendurch, in der Ausgabe vom 1. März, ergötzt er die Leser mit einem heiteren Zwischenspiel in Form eines offenen Briefes an "Herrn Bachmann, Rechtskonsulent, hier. Ich stelle mich Ihnen zu jeder Zeit zur Verfügung, um an mir die Produktion ausführen zu können, die Sie mir unter Zeugen im Hotel 'Rheinischer Hof' in Aussicht gestellt haben." Ein archetypisches Georg-May-Opus, zu dem man bloß noch wissen muss, dass zu den Diensten, die Herr Bachmann in seiner Rechtshilfekanzlei anbietet, das Eintreiben ausstehender Gelder gehört.

Flucht nach Frankfurt

Und dann wendet sich Georg May an "meine lieben Freunde, Bekannten und alten Kunden" auf einmal aus "Sachsenhausen b. Frankfurt, Schweizerstr. 111p.", als Vertreter für "Apfelwein!" So lautet die Schlagzeile eines zweispaltigen Inserates, das Mitte Juni 1913 gleich in drei Ausgaben des "Schifferstadter Anzeigers" erscheint: "Der Sachsenhäuser Apfelwein ist unstreitig der beste von allen in ganz Deutschland und wird in manchen Gegenden von den feinsten Kreisen als ein unentbehrliches Getränk im Hause gehalten. Da ich nur deswegen hierher zog, um einmal etwas Gutes meinen Kunden liefern zu können, so bitte ich um Aufträge." Wobei alle, die ihn näher kennen, eines bestimmt zu würdigen wissen: "Zahlung ist nicht an mich, sondern an die Firma zu leisten."
Am 9. Mai 1913 erfolgte Mays Wegzug aus Schifferstadt laut Meldebuch der Gemeindeverwaltung. In der Hoffnung etwa, sich den Nachstellungen seiner Gläubiger durch Flucht entziehen zu können? Doch dazu geht er nicht weit genug weg, und wer unbekannt verziehen will, veröffentlicht seine neue Adresse nicht in der Heimatzeitung.
Der lange Arm der Justiz erreicht den gescheiterten Weinhändler denn auch an seinem Zufluchtsort; im August 1913 per Pfändungsbeschluss des Amtsgerichts Frankfurt am Main über eine Summe von 260,87 Mark, die Georg May der Steuer- und Gemeindeeinnehmerei Schifferstadt schuldet. Trotz des vergleichsweise geringen Betrages vergisst er diesen Gläubiger nicht, als er später in seinem Memoirenbuch die Ursachen seines geschäftlichen Scheiterns aufzählt: "Auch unser 'lieber' Vater Staat legte mir schon frühzeitig mit Steuern Hemmungen in den Weg, die ich nicht überwinden konnte."
Warum sonst geht May dann weg? Weil er die Schande des Scheiterns meint nicht ertragen zu können, wenn er weiter da lebt, wo ihn jeder kennt und von seiner Blamage weiß?
Die Memoiren verraten hier nur die halbe Wahrheit. "Um mir Geld zu erwerben, damit ich mir wieder in meiner Heimat ein Geschäft errichten konnte" - dafür hätte er die Heimat nicht zu verlassen brauchen. Einem tüchtigen Küfer und Kellermeister wie ihm bietet die weinreiche Vorderpfalz ja wohl Beschäftigung genug.
In abhängiger Stellung freilich, und das ist für den standesbewussten Unternehmer ein wunder Punkt. Auf eine solche Tätigkeit, vorerst zumindest, angewiesen zu sein, dürfte Georg May als blamabler noch empfinden als seinen Bankrott. Anders lässt sich das krampfhafte Bemühen nicht deuten, mit dem er den Schifferstadtern gegenüber den Anschein von Selbstständigkeit zu wahren versucht, sich ihnen aus sicherer Ferne als Handelsvertreter präsentiert, der mit der "ersten Firma" der Apfelweinmetropole Sachsenhausen "in Verbindung" steht. Wenn die Wahrscheinlichkeit nicht trügt, bezahlt er die Anzeigen, in denen er's hochtrabend kundtut, mit dem ersten Küferlohn, den er bei dieser Firma erhält...
Aber das sind Peanuts, gemessen an dem Preis, den seine engsten Familienangehörigen zu zahlen haben. In seinen Erinnerungen verschweigt May es nicht: "Als junge Mutter mußte damals meine Frau mit unsern zwei Kindern ihren Heimatsort aufsuchen, um ein Obdach zu haben."
Änne May also geht nicht mit nach Frankfurt; von ihrem Ehemann und Ernährer allein gelassen, kann sie den Haushalt der Familie nicht aufrecht erhalten und flüchtet sich zu ihren Eltern nach Geinsheim.
Als Vater Jakob May 3. im November 1913 stirbt, nimmt Sohn Georg, vermutlich in der trügerischen Hoffnung auf eine reichliche Erbschaft, noch einmal für drei Monate Wohnung in Schifferstadt. Dann geht er noch weiter weg: Bei einer Hochsee-Reederei in Hamburg erhält er eine Stelle als Steward auf einem Passagierschiff.

Endstation Dachau

Geschlagene sechs Jahre vergehen, bis die Eheleute wieder zusammen leben können. 1919 erst, nach Teilnahme am Weltkrieg, längerer Militärhaft (wegen Misshandlung eines Vorgesetzten) und Befreiung durch die Novemberrevolution, kehrt Georg May in die Pfalz zurück. Um genau da wieder anzufangen, wo er 1913 gescheitert ist: Ein zweites Mal erwirbt er nun die Weinhandlung Lauck in Schifferstadt!
Diesmal hat er mehr Glück. Sein Geschäft floriert und ist expansionsfähig, bald wird es von Detail- auf Großhandel mit Wein umgestellt. Äußeres Zeichen des Erfolges ist das Automobil, das sich Georg May als einer der ersten in Schifferstadt leisten kann. Und wenn er anderen mit seinem Wagen behilflich sein kann, lässt sich der stolze Besitzer nicht lumpen; im Sommer 1923 holt er zum Beispiel Karl Beck, den neuen Pfarrer an St. Jakobus, von dessen vorherigem Dienstort Katzweiler bei Kaiserslautern ab. So hätte es weitergehen können mit dem Weinhändler May: eine behagliche Existenz in Frieden, Wohlstand und allgemeiner Achtung seitens der Mitbürger.
Wenn nicht im Herbst 1923 seine Parteinahme für den pfälzischen Separatismus erfolgt wäre. Wieder einmal handelt Georg May dabei impulsiv und ohne die möglichen Folgen zu bedenken. Für ihn sind sie nach dem Zusammenbruch der "Autonomen Pfalz" im Februar 1924 schlicht katastrophal.
Sein Ruf ist ruiniert, die Achtung seiner Mitbürger verwandelt sich bei vielen in gesellschaftliche Ächtung und auch wirtschaftlichen Boykott. Ein zweites Mal - nur jetzt über Jahre hinweg - wachsen ihm die Schulden über den Kopf, am Ende gehört seine Weinhandlung samt Wohnhaus der Schifferstadter Gemeindesparkasse.
Und wieder einmal sucht er sein Heil in der Flucht, ohne Frau und Kinder mitzunehmen: im Frühjahr 1933, als die Nationalsozialisten an die Macht kommen, von denen der einstige "Vaterlandsverräter" nichts Gutes zu erwarten hat. Aber auch im - damals vom Deutschen Reich abgetrennten - Saargebiet hält es Georg May nicht lange aus. Das Heimweh nach Schifferstadt wird übermächtig, im Spätsommer 1934 kehrt er zurück; entschlossen, sich hier einmal mehr eine Weinhandlung einzurichten.
Eine Absicht, die sich nicht realisieren lässt, weil ein amtliches Ortsverbot über ihn verhängt wird. May darf Schifferstadt nicht mehr betreten. Heimlich tut er's gelegentlich aber doch, besucht dann abends im Schutz der Dunkelheit mit dem Fahrrad Freunde, die ihm geblieben sind. Bevor es am Morgen hell wird, radelt er wieder davon - nur um wenigstens eine Nacht in seinem geliebten Heimatort verbracht zu haben.
Endstation für Schifferstadts notorischen verlorenen Sohn ist das Konzentrationslager Dachau, in das er Anfang Januar 1937 per "Schutzhaftbefehl" der Polizeidirektion Ludwigshafen eingewiesen wird. 50 Jahre alt und gesundheitlich schwer angeschlagen, stirbt Georg May dort bereits am 30. Januar. Auf dem Weg zur Überführung in ein Krankenhaus wird er erschossen.

Eine Nacht des Schreckens

Schifferstadts dunkelstes Kapitel der Separatistenzeit 1923/24

Es hatte ganz friedlich, ja für manchen geradezu erhebend begonnen: Am Nachmittag des 16. November 1923 wurde Schifferstadts Anschluss an die "Autonome Pfalz" feierlich vollzogen. Die pfälzische Separatistenbewegung, die hinter der Abtrennung der Region vom Deutschen Reich steckte, hatte erst wenige Tage zuvor in der Provinzhauptstadt Speyer das Regierungsgebäude am Dom mit Waffengewalt erobert.
Vier Kompanien, das sind etwa 400 Mann, zählt ihre dort kasernierte bewaffnete Streitmacht. Befehligt wird sie von einem weltkriegserfahrenen Weinhändler aus Schifferstadt - Georg May. Und der, kaum dass er Zeit dafür findet, beglückt jetzt seinen Heimatort mit seinen Leuten.
In Kompaniestärke, May an der Spitze, marschieren sie vom Schifferstadter Bahnhof zum Rathaus. Hier wird die grün-weiß-rote Separatistenfahne ausgehängt, die Gemeindeverwaltung auf den neuen Staat verpflichtet, und May selbst hält eine staatsmännische Rede. Anschließend gibt's Beefsteak für die Truppe im Saal der Wirtschaft zum "Ochsen", am frühen Abend geht's wieder zurück nach Speyer.
Als die Schifferstadter unter sich sind, läuten junge Burschen Sturm. Hunderte versammeln sich vorm Rathaus, reißen die Fahne in Fetzen, singen vaterländische Lieder. Etliche ziehen zu Georg Mays Wohn- und Geschäftshaus, werfen mit Steinen Fensterscheiben ein. Mit der Knarre in der Hand und seinem scharfen Rottweiler-Hund tritt ihnen der Hausherr entgegen, telefoniert dann Hilfe aus Speyer herbei.
Systematisch durchkämmen Mays Milizsoldaten den nächtlichen Ort, zerren echte und vermeintliche Widersacher aus den Häusern. Schwere Misshandlungen erwarten sie, an denen sich auch Georg May beteiligt; seinem Beinamen "Bären-May" macht er in dieser Nacht unrühmliche Ehre.
22 Schifferstadter Bürger, unter ihnen Polizeiwachtmeister Martin Kolb und Verleger Emil Geier, kommen für einen oder mehrere Tage in separatistische Haft im Speyerer Regierungsgebäude. Die Quälereien setzen sich dort fort; bei einigen der Verschleppten so schlimm, dass sie ihre Verletzungen hernach im Speyerer Stiftungskrankenhaus auskurieren müssen.

Der Historiker und Separatismus-Experte Matthias Spindler hat zusammen mit Gerhard Gräber kürzlich eine Teilbiographie über Georg May vorgelegt: "Junger Herr vor 1914. Georg May, der spätere Separatist, und sein Heimatort Schifferstadt in der Zeit bis zum 1. Weltkrieg". Diese mit Unterstützung der Sparkasse Vorderpfalz zustande gekommene Broschüre ist nur in einer kleinen Bibliotheksauflage erschienen und im Buchhandel nicht zu erwerben. Im Handel noch erhältlich ist eine Veröffentlichung der beiden Autoren aus dem Jahr 2005: "Die Pfalzbefreier. Volkes Zorn und Staatsgewalt im bewaffneten Kampf gegen den pfälzischen Separatismus 1923/24", mit u.a. einer detaillierten Darstellung des Attentats auf Separatisten-Präsident Franz Josef Heinz (-Orbis) am 9. Januar 1924 im Wittelsbacher Hof in Speyer.

Bernhard Wadle-Rohe

Ludwigshafen-Gedicht

auf youtube

Nur Kotze und Scheiße

auf Glassplitterwegen

fliehe ich durch die Straßen

und warte auf Regen

Alptraum Ludwigshafen

Ich muß dich ertragen

Ich muß es aushalten

Wie Betrüger dich verwalten

Deinen Niedergang erhalten

Ich sehe Menschen

Verzweifelt den Freitod suchen

Weil sie Dich und ihr

Leben hier vefluchen

Lugwigshafen

Deinen Schöheitsschönschriftschreiberlinge

bluten schon die Hände

vom Grün anmalen deiner Betonwände

Alptraum-Metropole in Minderheitenhand

tausende von Pendlern wenden dir ihren Rücken

- vom schnellen Wegfahrverlangen erfasst

Ludwigshafen

Du graue Maus links am Rhein gelegen

Du Schatten Mannheims das wohl gelegen

An der rechten Seite die

eigne Nase rümpft deines Geruches wegen

Ich hasse deine arroganten Bürokraten,

deren Willkür und Selbstbereichungstendenzen

die dich lächelnder weise

blind an die eigenen Betonwände

mit ihrem Brett vorm Kopf gefahren

Ludwigshafen du Zentrum der Langeweiler

Du Hochstraßenwahnsinn auf Betonpfeiler

Du Feinstaubhölle und Emissionsweltmeister

Du wirst sie nicht mehr los

Die du riefst die Geister

Ludwigshafen du Alptraum in G R A U

Die Opferlamm einer rot

kostümierten lächelnden Frau

und Ihrer schwarzen Krawatten-Träger

dein Gesicht wirkt müde

wie das derjenigen

die dich abends verlassen

weil sie nach Feierabend

deinen Anblick hassen

Ludwigshafen Bunker-Großstadt

Martinshorneinsatzdauerbrenner,

du lärmender Moloch

deine rasenden Feuerlöscher

sind täglich unterwegs – wie

die brathähnchenblaulichter

der Rettungssanitäter

Ludwigshafen ich hasse dich

Ludwigshafen du bist fürchterlich

Du bist ein stillgelegter Hauptbahnhof

Du bist eine Underground im Dauerschloof

Du bist der Missbrauch einer Fehlfunktion

Du bist die Mischmaschine für Kaputtbeton

Um deine desaströsen Stadtfinanzen

Fünf dutzend Stadträte den Veitstanz tanzen

Denn kein Deubel will Schuld sein an deinen Schulden

Es waren Sachzwänge flüstert mir einer der

Ingenieure

In ihren Rheinstrandvillen sitzen

die reichen Pylon - Profiteure

und ihre Überwachungsanlagen schützen sie

vor der zornigen Bevölkerung

doch nicht für immer

die Zeit die Sonne das Licht

bringt ihre Missetaten vor das Volksgericht

und schickt sie auch dreieinhalbjahre

zum Deibel in die Gefängniszelle

denn nicht auf ewig wählen Wählerkälber

ihre blutsaugenden Vampire selber.

 

Der Vortrag auf youtube:

https://www.youtube.com/watch?v=x3iE4HB9cA8

 

Video-Einladung

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Pressemitteilung


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